
Sonniges und warmes Wetter, Mitglieder von vier Solawis aus der Region und ein buntes Mitbring-Büfett - das sind die Zutaten für einen wunderbaren Nachmittag. Am Sonntag, 3.10., trafen sich ungefähr 20 Menschen auf dem Hof der Klein-Eichener Schafkäserei in der Nähe von Grünberg. Nach einer kurzen Vorstellungsrunde ging es zur Weide und zum Melkstand:

Dabei erzählte Betriebsleiterin Birgit zum Beispiel, wie viele Lämmer dieses Jahr geboren wurden (über 200 Stück), wann die Geburten stattfinden (meistens in der Nacht), ob das Team dabei helfen muss (in der Regel nicht) und ob die Lämmer alle Namen erhalten (nein, aber dafür eine Nummer). Das Brunftverhalten ist bei Schafen übrigens saisonal, d.h. dass sie nur im Herbst gedeckt werden können. Alle Lämmer trinken mindestens 6 Wochen Milch bei der Mutter. Die, die früh im Jahr geboren wurden, sogar länger. Nachts werden Mütter und Lämmer getrennt, damit morgens, gegen 7 Uhr, gemolken werden kann. Die Milchmenge schwankt dabei übers Jahr sehr stark: zwischen 15l und 180l werden täglich gemolken. Dabei gibt jedes Schaf ungefähr 230l pro Jahr. Pro Milchkanne werden 2 Schafe angeschlossen, immer 4 können gleichzeitig gemolken werden. Pro Schaf dauert das etwa eine Minute.
Sehr interessiert waren die Besucher*innen auch am Wolfschutz. Noch, so Betriebsleiter*innen Birgit und Udo, halte sich der Wolf an die Regeln - trotzdem wurde vorsorglich ein 1,05m hoher Zaun aufgestellt. Hütehund Moppel hält zwar die Herde zusammen, ist für den Schutz vor Wölfen jedoch nicht ausgebildet:

Nach den vielen Fragen und Antworten stärkten sich die Mitglieder der vier Solawi-Gemeinschaften am Mitbring-Büfett. Das Team grillte zusätzlich noch Würstchen, Frikadellen und Halloumi-Käse - selbstverständlich von den eigenen Tieren.
Nach dem Essen ging es in die Räume der Käserei. Hier erfuhren wir unter anderem, wie viel Zeit beim Käsemachen fürs Putzen eingeplant werden muss (ca. 80-90%), dass es mittlerweile zwei angestellte Käser gibt, dass die Käsereikulturen bestimmen, welcher Käse herauskommt, dass ausschließlich vegetarisches Lab aus Pilzen verwendet wird und dass Käse, der lange halten soll, so viel Wasser entzogen wird wie möglich. Aus 5l Schafmilch wird so etwa 1l Hartkäse. Bei Kuhmilch muss für 1l Käse doppelt so viel Milch eingesetzt werden. Das liegt daran, dass Schafkäse fettreicher ist als Kuhkäse - bis zu 11% Fettanteil! Der Fettanteil schwankt über's Jahr, und bis ca. 10% Fettanteil ist die Herstellung von Hartkäse möglich. Bei höherem Anteil geht nur noch Joghurt und Feta. Interessant war außerdem zu erfahren, dass der Käse selbst bei exakt gleicher Rezeptur in jeder Umgebung etwas anders wird. Bei Gewitterluft mit höherem Luftdruck und Luftfeuchtigkeit weiß man gar nicht, was rauskommt - daher wird der unter diesen Bedingungen hergestellte Käse intern auch als "Gewitterkäse" bezeichnet. Hier einige Fotos aus der Käserei:



Nach all diesen spannenden Eindrücken gab es zum Ausklang noch genug Zeit sich mit den Mitgliedern der anderen Solawis aus der Region auszutauschen, was immer ein Gewinn ist!
Danke an Birgit und das ganze Team von der Klein-Eichener Hofkäserei für diese tolle Erfahrung!
Wer sich für einen Käse-Anteil interessiert, kann sich auf der Solawi-Seite der Klein-Eichener informieren. Aktuell werden die Verteilpunkte Oberstadt und Rollwiesenweg einmal im Monat mit Käse beliefert.
